Jüdische Familien in Baumholder

Jüdische Familien in Baumholder

Daten[1] erfasst von Horst Conrad, Baumholder im Jahr 2005

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Familien Culmann

Emanuel Culmann, geb. 1786 in Obrigheim, Pferdehändler, verst. 1864 in Baumholder

Seine Ehefrau: Sara geb. Loeb (1798-1875). Sie war die Schwester von Abraham Loeb.

Der Sohn: Emanuel Culmann jr. (1813-1888), Handelsmann, war verheiratet mit

Helene, geb. Schneider.

Emanuel Culmann war auch der erste Posthalter in Baumholder. Die Poststelle war in seinem eigenen Haus, Hauptstr. 7. Sein Sohn Emil war einige Jahre sein Nachfolger.

Die Eheleute Culmann/Schneider hatten sieben Kinder:

  1. Ludwig Gustav (1841)
  2. Eleonora (1843-1862)
  3. Emil[2] (1845), Posthalter, war verheiratet mit Johanna geb. Sänger. Sie hatten die Kinder August Karl (1880) und Helene Louise (1882).
  4. Abraham (1847)
  5. Sara (1849)
  6. Lazarus (1859)
  7. Karoline (1859-1860)

Emanuel Culmann jr. ist in Thallichtenberg beerdigt (großes Grabmal, gut erhalten).

Familien Loeb

Abraham Loeb (1798-1875) Handelsmann aus Kirchenbollenbach, später Baumholder,

Ehefrau Babette, geb. Simon

Ihre Kinder:

  1. Jakob, geb. in Kirchenbollenbach, gest. 1893
  2. Leopold (1829-1849)
  3. Moses (1832)
  4. Benjamin (1833), genannt Be Loeb

Seine Ehefrau: Saara, geb. Schloß (1837)

Ihre Kinder: 1. Bernhard (1863)

2. Leopold (1865)

3. Julius (1869)

Die Familie Benjamin Loeb war Eigentümer des Hauses Bahnhofstr. 8.

Bernhard Loeb (1863) war verheiratet mit Hermine geb. Blum.

Ihr Sohn Hermann Adolf Rudolf wurde am 23.02.1895 geboren.

Familien Oppenheimer

Abraham Oppenheimer, geb. 1790 in Blieskastel, Beruf Metzger, kam nach Baumholder.

Er ist 1872 in Baumholder verstorben. Die Eltern waren Herz

Oppenheimer und Anna Maria geb. Levy.

Abraham Oppenheimer war mit Sara geb. Manns verheiratet. Sie waren Eigentümer des Hauses Hauptstr. 11.

Ihre Kinder:

  1. Moses (1887-1906)
  2. Carolina (1834)
  3. Samuel (18.02.1835)
  4. Joanne (13.12.1835)
  5. Henrietta (1836)

Moses Oppenheimer (1827-1906), Metzger, seine Ehefrau war Lea geb. Kronenberger.

Ihre Kinder:

  1. Sara (1858)
  2. Leonhard (1860)
  3. Amalie (1862)
  4. Eduard (1864-1934)
  5. Hermann (1866)
  6. Henriette (1869)

Leonard Oppenheimer (1860), Metzger, seine Ehefrau war Juliane geb. Levy.

Sohn Julius Oppenheimer (1895), Metzger, seine Ehefrau war Frieda geb. Levy aus Sensweiler, keine Kinder.

Julius Oppenheimer nahm am Ersten Weltkrieg teil; er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Die Familie konnte 1937 Deutschland noch verlassen, zuerst nach Holland, dann nach Amerika.

Eduard Oppenheimer (1864-1934), Kaufmann, Sohn von Moses (1827-1906).

Ehefrau: Clara geb. Herz, beerdigt in Thallichtenberg.

Eduard Oppenheimer erwarb um 1900 das Haus Hauptstr. 8. Er war von Beruf Kaufmann und betrieb in Baumholder und in Freisen gut gehende Manufakturwarengeschäfte.

Das Ehepaar hatte drei Kinder:

  1. Leo (1897-1899)
  2. Oskar (1900-1977)
  3. Lilly (1903-1935); war verheiratet mit dem Rabbiner Levin in Hoppstädten.

Dr. Oskar Oppenheimer wanderte vor dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus. Er lebte dort zuerst in Detroit. Er war von Beruf Gymnasiallehrer und Marianne Adele geb. Auler (1908) verheiratet.

Das Ehepaar hatte die beiden Kinder Fritz (1929) und Klara (1934).

Nach dem Krieg hat Dr. Oppenheimer mehrmals Baumholder besucht. Nach seiner Pensionierung lebte er mit seiner zweiten Frau Catrin in San Francisco, wo er 1977 verstarb.

Familien Vooß

Bernhard Vooß (1830), Beruf Krämer.

Ehefrau Clara geb. Oppenheimer, genannt Babette.

Ihre Kinder:

  1. August (10.09.1858), Kaufmann
  2. Hermann (16.10.1859-1932)
  3. Moses (30.05.1863)
  4. Mathilde (26.07.1861) Sie hatte den Sohn Juda (1885-1958) gestorben in Ehrenbreitstein.
  5. Albert (12.10.1867)

August Vooß (1858), Kaufmann.

Ehefrau Babette geb. Mann.

Ihre Kinder:

  1. Mirtyll (1883)
  2. Ella (1890)

Die Familie August Vooß wurde um 1888 Eigentümer des Hauses Hauptstr. 3.

Hermann Vooß (1859-1932), Kaufmann und Buchbinder.

Ehefrau: Maria geb. Hemmerdinger (1860-1942), geb. in Eichstetten.

Ihre Kinder:

  1. Alfred (1892), wohnte in Neunkirchen/Saar.
  2. Pauline (14.06.1893-1944). Sie hatte die Tochter Helga (1925). Beide sind 1944 in einem KZ umgekommen.
  3. Hubert (1896, gefallen 1915).

Die Familie Hermann Vooß wurde um 1900 Eigentümer des Hauses Hauptstr. 7. Nach dem Tod von Hermann Vooß tauschte die Witwe mit Tochter Paula ihr Haus mit der Familie Wilhelm Schworm.

Paula Vooß musste zwangsweise den Namen „Sarah“ tragen. Sie und ihre Tochter lebten und litten hier bis 1943. Sie bekamen in den Kriegsjahren keine Lebensmittelkarten und mussten sich deshalb ihr Essen erbetteln. 1943 wurden beide abtransportiert. Sie starben 1944 in einem Nazi-Vernichtungslager.

Moses Vooß (30.05.1863), Kaufmann.

Ehefrau: Henriette geb. Vooß (1863).

Moses Vooß war auch Tanzlehrer und aktives Mitglied im Musikverein.

Ihr Sohn Max (1896), Kaufmann.

Ehefrau: Clementine geb. Sender (1901).

Ihre Kinder:

  1. Kurt (1927)
  2. Irene Henriette (1932)
  3. und 4. Die Zwillinge Elfriede und Eugen (1933)

Um 1930 war Max Vooß 1. Vorsitzender des VfR Baumholder. Die Familie Vooß konnte 1937 Deutschland noch verlassen. Sie wanderten in die USA aus und lebten in New York. Der Sohn Kurt wurde später Rechtsanwalt.

Familie Leib

Leopold Leib, Viehhändler, umgekommen im KZ.

Ehefrau: Elise geb. Sender, umgekommen im KZ.

Ihre Kinder:

  1. Sally (23.12.1900)
  2. Jenny (1905)
  3. Hermann (1906)
  4. Irma (1911)

Das Ehepaar Leib kam kurz vor 1900 nach Baumholder. Sie wohnten zuerst im Hause Conrad in der Hauptstr. 31. Ihr Sohn Sally kam hier zur Welt. Um 1904 erwarb die Familie Leib das Haus Nr. 3 in der Korngasse.

Sally Leib (1900) Viehhändler.

Ehefrau: Babette geb. Burg

Ihre Kinder:

Die Zwillinge Inge und Ilse, geb. am 17.07.1930.

Im Jahre 1927 erwarb die Familie das Haus in der heutigen Kennedyallee Nr. 19. So wie in den 1930er Jahren die jüdischen Familien gedemütigt wurden, so mussten auch die beiden Schwestern leiden. Die Lehrerin Frl. Jung ging aber korrekt mit Ihnen um. Beide saßen in der Schulklasse in der vordersten Bank. Die Bank dahinter musste auf Anordnung „von oben“ frei bleiben.

1937 verließ die Familie Leib Baumholder, sie wanderten in die USA aus.

Familie Loeser

Jakob Loeser, Viehhändler, umgekommen im KZ.

Ehefrau Melanie geb. Waldbott, umgekommen im KZ.

Im Jahre 1920 erwarb die Familie Loeser das Haus in der Pfennigstr. Nr. 11.

Ihre Kinder:

  1. Johanna (1905)
  2. Erna (1906)
  3. Hedwig (1908)
  4. Paul Ludwig (1910)
  5. Ernst Silvester (1916)

Ernst wanderte schon 1934 nach Palästina aus. Nach dem Krieg kam er einmal nach Baumholder.

Laut Einwohnerverzeichnis aus dem Jahre 1609 lebte in Baumholder ein Juden Jakob.

  1. Quellen: Standesamtliche Verzeichnisse der Stadt Baumholder
  2. Ergänzung von Charles Culman am 13.02.2017: Die Kinder der Eheleute Culman/Sänger waren: August, Karl, Helena, Gustav und Emanuel. Vgl. culman-fisher.com/genealogy/Img000140.html)
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